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Christine Nöstlinger
Fernsehgeschichten vom Franz



Wer den Franz schon kennt, muß die ersten drei Seiten in diesem Buch nicht lesen. Die sind nur für die Kinder wichtig, die den Franz noch nicht kennen. Damit sie wissen, wie der Franz so ist. Also: Der Franz geht in die zweite Klasse. Er ist ziemlich klein und gäbe viel drum, einen halben Kopf größer zu sein.

Er hat blonde Ringellocken, blaue Augen, eine Stupsnase und einen Herzkirschenmund. Richtig hübsch sieht er aus, aber ein bißchen wie ein Mädchen. Und das ärgert ihn!

Noch mehr ärgert ihn, daß seine Stimme piepsig wird, wenn er sich sehr aufregt. Der Franz hat eine Mama, einen Papa und einen Bruder, den Josef. Der ist dreizehn Jahre alt. Einen Opa hat er nicht mehr. Nur eine Oma. Die lebt im Altersheim, ziemlich weit weg von der Hasengasse, wo der Franz wohnt. Aber der Franz ist ja schon groß genug, um ganz allein mit der Straßenbahn zu ihr zu fahren. Und das tut er auch oft. Die beste Freundin vom Franz ist die Gabi. Die wohnt neben ihm und ist so alt wie er. Der beste Freund vom Franz ist der Eberhard. Der geht mit ihm in dieselbe Klasse.

Der Papa vom Franz ist bei einer Versicherung angestellt. Er kümmert sich um Autos, die einen Unfall haben. Die Mama arbeitet in einer Bank. Sie kümmert sich um Leute, die einen Kredit haben wollen. Am Nachmittag, wenn die Eltern noch bei der Arbeit sind, soll der Josef ein bißchen



auf den Franz aufpassen. Aber der tut das nicht gern und ist oft eklig zum Franz. Und wenn er weggeht, will er den Franz nie mitnehmen. Nicht ins Schwimmbad. Nicht zu einem Freund. Immer sagt er: „Du bist mir nur ein Klotz am Bein!" Das Mittagessen bekommt der Franz unter der Woche nebenan, bei der Gabi. Die Mutter von der Gabi ist den ganzen Tag daheim.

So, das war's! Mehr muß man vom Franz nicht wissen!


^ Worüber der Franz unzufrieden ist



Der Franz ist mit seiner Mama und mit seinem Papa fast immer zufrieden. Nur wenn es ums Fernsehen geht, muß er sich über die beiden ärgern. Weil sie Fernseh-Muffel sind! Kabel-Fernsehen haben sie nicht legen lassen, eine Satelliten-Schüssel wollen sie auch nicht. Bloß drei Programme kann der Franz sehen. Oft beschwert er sich bei der Mama: „Alle Kinder haben Kabel. Oder eine Satelliten-Schüssel. Zwanzig Programme können die sehen. Und ich bin dauernd der Blöde."

Der Franz kommt sich wie „der Blöde" vor, weil die Kinder in der Schule immer von den Filmen reden, die sie im Fernsehen angeschaut haben. Und er kann dann nie mitreden. Und weil die Kinder sehr oft und sehr lang davon reden, kann er sehr oft nicht mitreden und muß sehr lang den Mund halten.

Der Eberhard hat ihn auch schon gefragt, ob seine Eltern so arm sind, daß sie sich keine Satelliten-Schüssel und keinen Kabel-Anschluß leisten können. Oder ob sie zu den Knackern gehören, die gegen das Fernsehen sind.

Der Franz mag nicht, daß man seine Eltern für arm hält. Oder für Knacker. Und den Mund halten, wenn andere reden, mag er auch nicht.

Vor zwei Wochen nun haben die Kinder wieder einmal über eine TV-Serie geredet. Über eine, wo ein Detektiv einen Hund als Partner hat. Und der ist so klug, daß er Verbrechen erschnüffelt.



Die einen Kinder haben die Serie toll gefunden. Die anderen Kinder haben gesagt, sie sei doch totaler Unsinn. Weil es so einen Hund nicht geben kann. Der Franz hat still dabeigesessen.

„Was meinst du?" hat ihn der Alexander gefragt.

Der Franz wollte nicht schon wieder sagen, daß er diese Serie zu Hause nicht sehen kann. So sagte er: „Ich hab was anderes angeschaut." (In Wirklichkeit hatte er mit der Mama Fang-den-Hut gespielt.)

„Und zwar?" fragte der Alexander.

„Eine andere Serie", sagte der Franz.

„Und zwar?" fragte die Martina.

„Eine ... von einem Astronauten ... von einem anderen Planeten ... der landet bei uns ... und sein Raumschiff geht dabei kaputt", sagte der Franz.

„Auf welchem Sender?" fragte der Max.

„Sat-sechs!" sagte der Franz, und seine Stimme war dabei ein bißchen piepsig.

„Sat-sechs?" Die Martina und der Max und der Alexander tippten sich mit einem Zeigefinger an die Stirn. „Sat-sechs gibt es gar nicht!" riefen sie. Der Franz dachte: Wer einen Schwindel anfängt, muß ihn durchhalten! Er piepste: „Den gibt's! Ist mit der Spezial-Antenne zu empfangen, die mein Papa gebastelt hat!" Nicht nur die Martina, der Alexander und der Max, alle Kinder schauten jetzt mißtrauisch. Und der Peter sagte: „Sein Papa und Antennen basteln? Dem muß mein Papa sogar die Winterreifen montieren, weil er so ungeschickt ist."

Doch da kam der Eberhard dem Franz zu Hilfe. Der Eberhard beschützt den Franz immer. Und dabei ist es ihm egal, ob der Franz die Wahrheit sagt oder mogelt. Für einen besten Feund spielt das keine Rolle! Der Eberhard rief: „Und ob sein Papa das kann! Ich kenne die Antenne. Die ist super! So klein wie ein Suppenteller und oben auf



dem Dach. Aber der Satellit, von dem die Programme kommen, läuft erst zur Probe." Dann sagte er noch: „Vielleicht in zwei Jahren oder so könnt ihr Sat-sechs dann auch sehen."

Die Kinder waren sehr beeindruckt. Daß der Eberhard dem Franz beim Schwindeln beistand, kapierten sie nicht.

Jeden Tag mußte der Franz in der Schule nun berichten, was in der Raumschiff-Serie von Sat-sechs Neues passiert war. Am ersten Tag piepste der Franz noch, als er den Kindern erzählte, daß sich der Astronaut im Wald ein Baumhaus gebaut hat. Und friert, weil im Film Dezember ist. Und sich über den Schnee trotzdem freut. Weil es auf Planet Gomel, wo er zu Hause



ist, keinen Schnee gibt. Dort regnet es nur violett und lauwarm.

Am zweiten Tag piepste der Franz kaum noch, als er erzählte, daß zwei Jungen den Astronauten finden, aber seine Sprache nicht verstehen. Und der Astronaut holt aus dem Raumschiff den „Weltall-Übersetzer". Und der übersetzt ins Deutsche, was der Gomel-Astronaut sagt, und ins „Gomelische", was die Buben sagen. Und die wollen dem Gomel-Mann helfen, das Raumschiff flottzukriegen. Weil der starkes Heimweh hat.
So erzählte der Franz nun jeden Tag drauflos. Vom reparierten Raumschiff, das dann doch ein bißchen zu wenig Kraft für den Start hat. Davon, wie der arme Astronaut von Tag zu Tag schwächer wird, weil seine Essens-Vorräte ausgehen - lauter Pillen und Tubenpasten - und er nach allem, was ihm die Buben zu essen bringen, Durchfall bekommt. Nur nach Zimtsternen, wie sie die Mama des einen Buben backt, kriegt er den Durchfall nicht. Darum stibitzt der Bub zu Hause alle Zimtsterne, die seine Mama für Weihnachten backt und füttert damit den Astronauten durch. Und seine Mama glaubt, daß jede Nacht Einbrecher kommen, und meldet das der Polizei. Dem Franz machte es keine Mühe, jeden Tag eine neue Astronauten-Folge auszudenken. Es machte ihm eher Spaß. Im Geschichtenerfinden ist er nämlich gut. Außerdem ist es super, wenn einem alle in der Klasse zuhören. Der Franz hatte das bisher noch nie erlebt. Und so genoß er es halt.

Das dumme an der Sache war bloß, daß die Kinder immer neugieriger und neugieriger auf die Sat-sechs-Serie wurden. Sie wollten sie nicht nur hören, sie wollten sie auch sehen. „Kann ich heute nachmittag zu dir kommen?" fragten sie den Franz. Die Stimme vom



Franz war sehr piepsig, wenn er dann sagte: „Geht nicht. Meine Mama ist bei der Arbeit und mag nicht, daß fremde Kinder kommen." Ein paar Kinder ließen trotzdem nicht locker. „Bloß für die halbe Stunde, wo die Serie läuft", bettelten sie hartnäckig. „Nachher gehen wir gleich wieder. Deine Mama wird hinterher gar nicht merken, daß wir dagewesen sind."

Dann wußte der Franz nicht mehr ein noch aus, aber der Eberhard merkte es und scheuchte die Kinder vom Franz weg und brüllte: „Laßt ihn in Ruhe! Ihr kennt seine Mama nicht. Die ist eine Furie. Wenn die eure Mutter wäre, würdet ihr auch nicht wagen, etwas Verbotenes zu tun."



Dem Franz wurde jedesmal flau im Magen, wenn der Eberhard so von der Mama redete. Das hatte sie wirklich nicht verdient. Noch nie hatte sie dem Franz verboten, Schulfreunde einzuladen. Eine Furie war sie schon gar nicht. Die meisten Kinder in der Klasse hätten froh sein können, eine so liebe Mama zu haben.


^ Der Gomel-Mann wird ein Problem
Eine Woche nachdem der Franz in der Schule die erste Gomel-Astronauten-Folge erzählt hatte, saß er daheim und machte seine Hausaufgaben. Die Mama und der Papa vom Franz waren noch bei der Arbeit. Der Josef war im Schwimmbad. Nur die Frau Sokol war da. Die kommt zweimal in der Woche zum Putzen. Der Franz ist nicht sehr gern mit der Frau Sokol allein. Weil die nämlich die ganze Wohnung so sauber vorfinden will, wie sie sie drei Tage vorher verlassen hat. Und weil das nie passiert, macht sie dem Franz Vorwürfe, daß auf dem Spiegel im Bad Dreckfinger-Abdrücke sind. Und Bleistiftspitzer-Mist auf dem Teppich. Und Gummiabsatz-Striemen auf den Kacheln in der Küche. Und wenn ein bunter Socken in dem Wäschekorb liegt, wo nur weiße Sachen zum Kochen reinkommen sollen,



flippt sie überhaupt aus. Dabei ist es immer der Josef, der den Spiegel begrapscht, die Bleistifte neben dem Papierkorb spitzt, mit den Absätzen über die Küchenkacheln radiert und seine dreckigen Socken in den falschen Korb wirft. Und nur, weil er weggeht, wenn die Sokol naht, muß sich der unschuldige Franz das Gekeife anhören.

Der Franz machte sich hinter seinem Schreibtisch also mäuschenklein. In der Hoffnung, die Sokol werde ihn vielleicht übersehen. Und wie er so geduckt dahockte, klingelte es an der Wohnungstür.

Und weil der Josef oft vergißt, Schlüssel mitzunehmen, dachte der Franz: Das ist der Josef. Gut, daß er schon kommt. Dann kann sich die Sokol gleich an den Richtigen wenden.

Der Franz lief zur Wohnungstür und machte sie auf. Aber da stand nicht sein Bruder, da standen der Max, die Martina und der Alexander! Sie drängten sich am Franz vorbei in den Flur hinein.

„Haben wir dir mitgebracht", sagte die Martina und gab dem Franz eine Tüte Schoko-Bananen. Der Franz hatte Zitterfinger. Er konnte die Tüte nicht halten. Sie plumpste zu Boden.

Der Max und der Alexander sammelten die Schoko-Bananen ein. Die Martina sagte:

„Wir haben im Schwimmbad deinen Bruder getroffen. Der hat gesagt, daß wir uns irren! Eure Mutter hat nichts gegen Besuch!" Der Max und der Alexander drückten dem Franz die Schoko-Bananen wieder in die Hand.

Die Martina deutete zur Wohnzimmertür. „Ist euer Fernseher dort drinnen?" fragte sie. Der Franz stand stocksteif da. Kein einziges Wort brachte er raus. In seinem Kopf schlugen irre Ideen Purzelbäume: Hauptsicherung runter und behaupten, daß wir keinen Strom haben. Lügen, daß mein Papa Scharlach hat und niemand wegen Ansteckung in die Wohnung darf. Sagen, daß es einen Spezial-Decoder für das Sat-sechs-Programm gibt, den meine Mutter mitgenommen hat. Umfallen und so laut stöhnen, daß sie glauben, ich bin todkrank, und sich um mich kümmern und die Gomel-Serie vergessen. Oder einfach aus der Wohnung rennen, zur Gabi flüchten


und warten, bis sie weg sind? Und nachher in aller Ruhe überlegen, wie ich das morgen in der Schule erklären könnte? Bevor sich der Franz für eine Idee entschieden hatte, waren die drei im Wohnzimmer, und der Franz hörte die Stimme von Frau Sokol. In ihrem allerbesten Keifton schimpfte sie: „Also, wenn ich putze, kann ich euch Fratzen dabei nicht brauchen. Raus mit euch, ich will den Teppich aufrollen! Dalli-dalli, marsch-marsch!" Mit entsetzten Gesichtern stolperten der Max, der Alexander und die Martina zurück. Als sie am immer noch stocksteifen Franz vorbeiliefen, rief die Martina: „Entschuldige, Franz!" Der Max rief: „Wir wollten dir keine Probleme machen." Der Alexander rief: „Weshalb streitet dein Bruder auch ab, daß eure Mutter eine Furie ist?" Dann waren die drei im Treppenhaus, und die Wohnungstür knallte zu. Der Franz lehnte sich an die Wand und atmete erleichtert durch.
Am nächsten Tag in der Schule erzählte der Franz den Kindern die achte und letzte Gomel-Folge. Der Astronaut, erzählte er, habe endlich zurückreisen können.

Die Buben wären gerne mit ihm geflogen. Heimlich haben sie sich mitten in der Nacht von zu Hause davonmachen wollen. Der eine ist aber nur bis zur Gartentür gekommen. Weil dort die Polizei auf den Zimtsterndieb gelauert hat. Die hat ihn geschnappt und zu den Eltern zurückgebracht. Und der andere hat beim Treffpunkt gewartet und gewartet. Ohne seinen Freund wollte er aber nicht ins All.



So ist der Gomel-Astronaut allein gestartet. Zum Schluß sagte der Franz: „Bevor er weg ist, hat er versprochen wiederzukommen. Aber erst in zwei Jahren. Eine neue Staffel gibt's deshalb in den nächsten zwei Jahren garantiert nicht."




^ Der Franz und das Gewissen
Nun hatte der Franz das Sat-sechs-Problem erledigt. Aber sein schlechtes Gewissen wegen der Mama hatte er noch, und wie er das wegkriegen sollte, wußte er nicht. Er fand, daß er da Rat brauchte. Bloß von wem? Der Josef taugte dazu nicht. Der schwätzte alles gleich dem Papa und der Mama weiter.

Der Papa war bei Problemen auch nicht so gut. Bei den einen lachte er, bei den anderen wurde er zornig. Und man wußte vorher nie, ob das, was man erzählte, für ihn Grund zum Lachen oder zum Zornigsein war. Aber der Franz brauchte ziemlich dringend Rat. Es ging nämlich nicht nur um sein schlechtes Gewissen. Bald hatte die Gabi Geburtstag, und da hatte sie sich eine Party gewünscht. Eine mit zwanzig Gästen. Die Gabi-Wohnung war aber klein. Mehr als sechs Kinder hätten da nicht sehr gut feiern können. Deshalb hatte die Mama vom Franz der Gabi-Mama vorgeschlagen: „Macht die Party in unserer Wohnung, da ist Platz für zwanzig Kinder."

Und die Gabi hatte auch Kinder aus der Klasse vom Franz eingeladen. Leider waren der Max und die Martina dabei. Und die hielten doch die Sokol für die Mama vom Franz! Was sollte er denn sagen, wenn die zwei auf der Party seine Mama sahen?



Der Franz überlegte: Der einzige Mensch, der immer Rat weiß, ist die Mama. Ich muß die Mama fragen.

Der Franz wartete, bis die Mama heimkam. Und bis er allein mit ihr reden konnte. Als die Mama im Bad war und duschte, ging er zu ihr. Er setzte sich auf den Hocker neben der Wanne. Richtig gut fand er es, daß der Duschvorhang zwischen ihm und der Mama war. So mußte er die Mama nicht anschauen beim Reden, und die Mama konnte ihn auch nicht sehen.

„Du, Mama", begann der Franz, „ein Kind aus meiner Klasse hat ein Problem." Der Franz fand, daß er da gar nicht log. Er war ja schließlich ein Kind aus seiner Klasse.

„Schieß los!" rief die Mama hinter dem Vorhang. „Ich werd schon einen Rat wissen."

Der Franz erzählte die ganze Sache ziemlich exakt; abgesehen davon eben, daß er statt „ich" immer „dieses Kind" sagte. Als er mit seiner Geschichte fertig war, war auch die Mama mit dem Duschen fertig, stieg aus der Wanne und wickelte sich in ein Badetuch.

„Ich seh da kein Problem", sagte sie. „Diese Mama muß sich ja nicht kränken, weil sie gar nichts davon weiß."

„Aber dieses Kind hat ein schlechtes Gewissen", piepste der Franz. „Weil seine Mama doch in Wirklichkeit sehr lieb ist und keine Furie."

„Wenn ich dieses Kind wäre", sagte die Mama, „würde ich mir da kein Gewissen machen." Sie zwinkerte dem Franz zu. „Eine Mama, die so eigensinnig ist, daß sie dem Sohn nur drei TV-Programme gönnt, muß eben auch allerhand einstecken."

Der Franz war noch immer nicht zufrieden. Er sagte: „Aber jetzt kommen doch die Kinder zu dem Fest und sehen seine wirkliche Mama."

„Na und?" Die Mama rieb sich Festiger in die nassen Haare. „Wenn ich dich recht verstanden habe, hat dieses Kind doch nie



gesagt, daß die Putzfrau seine Mama ist, oder?"

Der Franz nickte. Die Mama bürstete ihre nassen Haare durch. „Die Kinder haben das ja nur irrtümlich angenommen, oder?"

Der Franz nickte wieder. Die Mama ließ den Fön losbrummen. „Dann werden sie halt merken, daß sie sich geirrt haben. Und an dem Irrtum ist ja der Freund schuld, der ihnen die Furie vorgemogelt hat."

„Meinst du?" fragte der Franz.

„Meine ich", sagte die Mama und ließ ihre Haare im Fönwind flattern. Der Franz stand erleichtert auf und wollte aus dem Bad. Als er an der Tür war, sagte die Mama: „Und wer weiß, vielleicht werd ich sowieso zur Furie, wenn zwanzig Kinder bei uns toben!"

Wie angewurzelt blieb der Franz stehen! Blutorangerot wurde er. Vom Haaransatz bis zum Hemdkragenknopf. „Aber wieso ... du doch nicht ... ich doch nicht ..." piepste er. „Mach bloß kein Drama aus der Sache,



lieber Franz", sagte die Mama. „War eine lausige Liebe, die wegen so Pipifax einen Sprung kriegt."

„Sicher nicht?" fragte der Franz.

„Ehrenwort nicht!" sagte die Mama. Nun war der Franz endlich hundertprozentig beruhigt.
Und beim Fest dann war es genauso, wie die Mama vorausgesagt hatte. Sogar noch besser! Den Max kümmerte die enorm „veränderte" Mama überhaupt nicht.

Und die Martina sagte bloß: „Mensch, Franz, da haben wir dich ja ganz umsonst bedauert. Die Furie, die uns weggejagt hat, war ja gar nicht deine Mama!"

Und der Franz piepste scheinheilig: „Wie seid ihr bloß auf die Idee gekommen?"

Aber darüber wollte die Martina nicht weiter nachdenken. War ihr nicht wichtig. Auf einer Kinder-Party muß man lachen und essen, tanzen und trinken und Quatsch machen. Da ist keine Zeit, über alte Irrtümer nachzudenken.



Die Oma hat eine gute Idee
Daß man besser keinen Fernseh-Sender erfindet, hatte der Franz nun eingesehen. Aber das änderte nichts daran, daß er noch immer „wie der Blöde" dahockte, wenn die anderen über Filme redeten, die sie im Fernsehen angeschaut hatten. Und der Franz hatte ja nicht bloß bei Kabel- und Satelliten-Sendern „Mattscheibe". Bei ihm zu Hause war man auch mit den drei mickrigen Programmen sparsam! Da durfte der Fernseher nicht einfach „laufen". Die Mama und der Papa guckten sich immer in der Zeitung das Fernseh-Programm an, und nur wenn sie eine Sendung für „gut" hielten, schalteten sie ein. Sehr oft kam das nicht vor. Meistens sagten sie: „Den Quatsch braucht keiner!"

Es war nicht so, daß sie dem Franz und dem Josef Fernsehen richtig verboten hätten.

Aber sie lockten sie zu anderen Sachen. Sie sagten: „Spielen wir mal wieder Malefiz." Oder: „Wir könnten der Oma zum Geburtstag was basteln."

Oder: „Wie war's, wenn wir Kekse backen?" Oder: „Die Abendluft ist heute so lau, gehen wir doch ein bißchen spazieren."

Hundert Sachen fielen denen ein. Und es war ja auch schön, zusammen zu basteln, zu spielen, zu backen oder in der Abendluft spazierenzugehen.

Nur am nächsten Tag eben, in der Schule, mußte der Franz dann hören: „Unser Franz, der hat sich das wohl nicht ansehen dürfen. Dem erlauben die Eltern ja nur den Baby-Kram."

In der Klasse vom Franz gibt es nämlich etliche Kinder, die ganz stolz darauf sind, daß sie bis Mitternacht fernschauen. Und daß sie Filme sehen, wo Leichen rumkugeln, Monster heulen, Flieger abstürzen, Schiffe sinken, Autos brennen, Indianer verbluten,



Cowboys herumknallen und Gauner Geiseln nehmen. Und alle Kinder, die solche Filme nicht sehen, sind für sie „Babys". Wer groß und stark ist, kann es aushallen, als „Baby" zu gelten. Aber der Franz ist klein und schwach. Ihn trifft das sehr. Für ihn ist „Baby" das schlimmste Schimpfwort, das er kennt.



So hat sich der Franz, als er wieder einmal bei der Oma war, bitter über das „Baby"-Gerede beklagt, das ihm so gemein angetan wird.

Die Oma hat gesagt: „Sei froh, daß deine Eltern für dich Zeit haben. Ist eine Rarität heutzutage."

„Ja, eh ..." hat der Franz gemurmelt.

Die Oma hat gesagt: „Wenn du nach neun Uhr, statt im Bett zu sein, vor der Glotze hockst, könnte man dich doch am nächsten Morgen über den Zaun hängen."

„Ja, eh ..." hat der Franz gemurmelt.

Die Oma hat gefragt: „Was ist dann also das Problem?"

„Na", hat der Franz gesagt, „daß sie mich nicht Baby schimpfen würden, wenn ich mitreden könnte."

Die Oma hat genickt und nachgedacht.

Schließlich hat sie gesagt: „Das kriegen wir hin. Wir haben ja gottlob den Kügerl."

Der Kügerl wohnt auch im Altersheim. Neben der Oma. Er ist aufs Fernsehen ganz versessen. Jeden Tag, bis spät in die Nacht, hat er den Fernseher in Betrieb. Die Oma schimpft ihn oft deswegen aus. Weil die Wände im Altersheim dünn sind und sie schlecht schläft, wenn Fernseh-Lärm bis zu ihr dröhnt und wummert.

„Was kann der Kügerl denn tun?" fragte der Franz.

„Dir Informationen liefern, damit du mitreden kannst", antwortete die Oma.

„Wie soll denn das gehen?" fragte der Franz.

„Ganz einfach!" antwortete die Oma. Und dann erklärte sie dem Franz, wie sie sich das dachte. Und der Franz gab der Oma einen dicken Kuß, weil die Idee super war.

Am nächsten Tag in der Schule, als die Kinder davon redeten, was sie sich heute im Fernsehen angucken wollten, paßte der Franz gut auf. Besonders neugierig waren die Kinder auf einen Film, der DIE ROTE RÄCHERIN hieß. Um neun Uhr sollte der beginnen, sagten sie. Bis elf Uhr würde er dauern.

Die Martina jammerte: „Da muß ich den ganzen Nachmittag heute brav sein. Sonst erlauben meine Eltern nicht, daß ich bis elf aufbleibe."

Der Eberhard sagte: „Meine Eltern gehen



heute aus. Da kann ich bis Mitternacht fernsehen."

Der Alexander sagte: „Ich hab einen eigenen Fernseher. Wenn ich den leise drehe, merken meine Eltern nicht, daß ich noch nicht schlafe."

Und der Peter sagte: „Meine Eltern sind da nicht so. Wenn ich in der Früh ohne Muckser aufstehe, darf ich fernschauen, solang ich will."

Der Franz nahm einen Notizblock und schrieb darauf: DIE ROTE RÄCHERIN, 21 UHR. Dann steckte er den Block schnell weg. Gleich, als der Franz von der Schule heimkam - noch bevor er zur Gabi zum Essen ging -, lief er zum Telefon und wählte die Nummer von der Oma. „Hallo, hier Franz", sagte er. „Es geht um die rote Rächerin. 21 Uhr, erstes Programm."



Die Oma sagte: „Ich notiere: Die rote Rächerin. 21 Uhr! Wird sofort weitergeleitet."

„Dann bis morgen früh, Oma. Tschüs!" rief der Franz und legte den Hörer auf.
Am nächsten Morgen, um sieben Uhr, klingelte beim Franz das Telefon. Die Mama war im Schlafzimmer und suchte nach einer Strumpfhose ohne Laufmaschen. Der Papa war in der Küche und kochte Kaffee. Der Josef war im Bad und drückte sich Pickel auf der Stirn aus. Alle drei kamen in den Flur gelaufen. Doch da hatte schon der Franz den Hörer abgehoben. Einen Notizblock hatte er vor sich liegen. Sie hörten den Franz sagen: „Mann wird erpreßt ... wegen was bitte? ... Aha! ... Was uraltes Politisches ... selbstmordet sich im Wasser. Fluß oder Meer? ... Na, ist egal ... und seine Witwe ... rothaarig ... rächt ihn ... knallt alle nieder ... Wer sind alle? ... Ja, ja ... die Erpresser ... aber wer sind die?"

Dann lauschte der Franz und nickte und nickte und nickte. Schließlich sagte er noch „Danke, Oma", legte den Hörer auf und kniff die Augen fest zu. Das tut er immer, wenn er versucht, sich etwas gut zu merken.

„Was war denn das?" fragte der Papa verdutzt.

„Ist im Altersheim ein Mord passiert?" fragte der Josef neugierig.

„Pscht!" rief der Franz. „Stört mich nicht! Ich muß mir was ins Hirn hämmern. So schnell, wie die Oma redet, kann ich ja nicht schreiben."

„Okay!" sagten der Papa, die Mama und der Josef.

Der Papa machte sich wieder ans Kaffeekochen, die Mama ans Strumpfhosensuchen, der Josef ans Pickelausdrücken.

Aber beim Frühstück dann fragten sie wieder, was der komische Anruf zu bedeuten habe.



Der Franz ließ Honig auf sein Butterbrötchen tropfen und sagte: „Damit ich mitreden kann, wenn sie in der Schule über die rote Rächerin reden. Die war gestern im Fernsehen."

„Franz!" rief der Papa. „Das finde ich falsch."

„Warum?" fragte der Franz.

„Du solltest tapfer sein und den Kindern sagen", rief der Papa, „daß das ein Schmarren ist, den sich gescheite Kinder nicht ansehen."

„Zum Tapfersein bin ich noch zu klein", sagte der Franz.

„Find ich auch", sagte die Mama.

Der Papa zeigte auf den Josef. „Nimm dir ein Beispiel an ihm! Er mogelt den anderen auch nicht vor, daß er den Plunder gesehen hat."

Der Franz wollte sagen, daß der Josef doppelt so breit und doppelt so lang ist wie er und daß sich keiner traut, ihn „Baby" zu schimpfen. Doch da sagte der Josef:

„Okay! Jetzt bin ich einmal echt tapfer und sag dir was. Weißt du, was ich mache, Papa? Ich laß mir alles, was ich sehen will, vom Egon aufnehmen. Und wenn ich bei ihm bin, spielen wir es auf dem Video-Recorder ab."

„So ist das also", murmelte der Papa.




Der Franz biß in das Honigbrötchen. „Und weil ich keinen solchen Freund habe, hilft mir die Oma", sagte er.

In der Schule ging es dem Franz an diesem Tag sehr gut. Er konnte nicht nur mitreden, er konnte den anderen sogar etwas erklären. „War ja ganz nett", sagte er, „aber hinten und vorne Regie-Fehler! Um zehn Uhr hat die rote Rächerin einen Mann in New York erschossen, im Morgengrauen hat sie schon wieder einen in Los Angeles abgeknallt. So schnell ist keiner von New York in Los Angeles. Auch mit dem schnellsten Düsen-Jet nicht."

Die Kinder waren piff-paff, daß gerade der Franz einen Fehler, der ihnen nicht aufgefallen war, bemerkt hatte.

Von dem Tag an hatte der Franz in der Klasse als Film-Experte großes Ansehen. Und wenn einmal die Telefon-Information nicht klappte, spielte es auch keine Rolle.

Da sagte der Franz dann: „Also, den Schmarren gestern, den habe ich mir gar nicht angesehen."

Und da der Franz jetzt nicht mehr als Fernseh-Baby galt, sondern als Fernseh-Experte, sagten die anderen Kinder darauf: „Das war gescheit von dir. War wirklich nur Plunder und Schmarren."


^ Ein wirklich toller Abend
Einmal kam die Mama von der Gabi zur Mama vom Franz rüber. „Wir haben zwei Karten übrig für heut abend, fürs Theater", sagte sie. „Von meinen Eltern. Die haben Grippe. Wollt ihr mitkommen?" „Wäre schön", sagte die Mama vom Franz.



„Aber der Josef ist übers Wochenende bei einem Freund. Wenn wir vier ins Theater gingen, wäre der Franz allein. Das schafft er noch nicht."

Der Franz wußte, wie gern seine Mama ins Theater geht. Und daß sie es so selten kann, weil es schwer ist, Karten zu bekommen.

Der Franz sagte: „Ich kann auch allein bleiben."

„Echt?" fragte die Mama.

„Echt echt!" sagte der Franz. Er dachte:

Einmal muß ich ja damit anfangen.

„Ganz allein bist ja nicht", sagte die Gabi-Mama. „Die Gabi ist ja auch da."

Als die Gabi-Mama weg war, fragte die Mama den Franz noch einmal, ob er ganz sicher sei, daß er mit der Gabi allein zu Hause bleiben könne. Und der Franz sagte, da sei er sich ganz sicher. Er freue sich sogar darauf. Einen richtig tollen Abend werden er und Gabi haben.

Um sieben Uhr kam die Gabi zum Franz rüber.

Um halb acht klingelten die Gabi-Eltern und riefen: „Abmarsch! Sonst kommen wir zu spät."

Die Mama setzte ihr Schleierhütchen auf.

Der Papa rückte seine Krawatte zurecht. Die Mama schlüpfte in die 12-cm-Absatz-Schuhe, der Papa steckte den Autoschlüssel ein.

Die Mama sagte: „Dann habt noch viel Spaß miteinander."

Der Papa sagte: „Und streitet nicht. Es ist keiner da zum Streitschlichten."

Und als die beiden aus der Wohnung gingen, rief die Gabi-Mama noch schnell zur Tür rein: „Wir kommen gleich nach dem Theater heim, Gabi. Ich hol dich dann rüber."

Der Franz und die Gabi setzten sich ins Wohnzimmer.

„Spielen wir Memory?" fragte der Franz.

„Nein, da gewinnst du immer", sagte die Gabi.



„Spielen wir Domino?" fragte der Franz.

„Nein, das ist langweilig", sagte die Gabi.

„Was willst du denn spielen?" fragte der Franz.

„Mach das Fernsehen an!" sagte die Gabi. „Da kommt gleich ein Krimi."

Der Franz knipste den Fernseher an.

Werbung! Der Franz und die Gabi schauten Damen an, die sich mit Creme einschmierten, Herren, die Joghurt aßen, Zwerge, die Gemüse ernteten. Kekse, die aus flüssiger Schokolade auftauchten, Kinder, die gelben Saft tranken, und Windeln, auf die blaue Flüssigkeit tropfte.

Die Gabi wollte mit dem Franz „Werbung-Raten" spielen. Sie sagte: „Wer von uns schneller errät, wofür eine Werbung ist, hat gewonnen!"

„Na gut", sagte der Franz.

Nach der neunten Werbung rief er: „Das ist ein blödes Spiel!" Die Gabi hatte nämlich neunmal zuerst erraten, wofür da geworben wurde.

„Das sagst du nur, weil ich besser bin!" rief die Gabi.

„Ist keine Kunst, wenn du dir das jeden Tag anguckst!" rief der Franz.

„Immer nur, was du kannst, war bei dir eine Kunst!" rief die Gabi.



„Werbung ist sowieso blöd!" rief der Franz.

„Du bist blöd!" rief die Gabi und rückte ein Stück vom Franz weg.

Aber da war die Werbung ohnehin schon zu Ende, und der Krimi fing an. Der Franz merkte gleich, daß das ein Film von der Sorte war, die ihm Gänsehaut machte. Da war ein altes Schloß. In einer unheimlich nebeligen Gegend. Es war Nacht. Und in einem Raum des Schlosses saß eine Frau beim Kamin und schaute in die Glut.

Und über eine Rosenhecke kletterte ein Mann mit einer Strumpfmaske zu einem Schloßfenster rauf. Und daß der Kerl Böses vorhatte, war wohl anzunehmen.



„Willst du nicht lieber Domino spielen?" fragte der Franz.

„Pscht! Paß auf! Sonst kriegst du nichts mit", sagte die Gabi.

Der Maskenmann kletterte zum Fenster rein.

Er zog ein Messer aus der Hosentasche und schlich durch das Zimmer auf eine Tür zu. Und daß hinter der Tür der Raum war, in dem die Frau beim Kamin saß, war zu befürchten.

„Oder spielen wir Kochen", sagte der Franz. Kochen-Spielen war das Lieblingsspiel von der Gabi.

„Neben dir kann man nicht fernsehen", rief die Gabi. Sie stand auf. „Dauernd störst du! Ich schau mir das lieber drüben bei mir an!"

Die Gabi lief aus dem Wohnzimmer. Gleich darauf knallte die Wohnungstür zu.

Der Franz drehte den Fernseher ab, holte sich aus der Küche Kekse und Limo und ging in sein Zimmer. Er stellte Limo und Kekse auf den Nachttisch, tat einen Stapel alte Bilderbücher dazu, legte sich ins Bett, trank Limo, knabberte Kekse und blätterte in Bilderbüchern. Den halben Stapel hatte der Franz durch, da klingelte im Flur das Telefon. Das wird die Mama sein, dachte er.

Im Theater ist gerade Pause. Und sie will wissen, wie wir allein zurechtkommen!

Der Franz lief in den Flur und hob den Hörer ab.

„Hallo ... hallo ... ich dort ... wer da?" rief er. Das sagte der Josef sonst immer.

Zuerst kapierte der Franz nur, daß nicht die Mama am anderen Ende der Leitung war.

Da war eine Flüsterstimme. So leise, daß er kein Wort verstand.

„Bitte lauter reden!" rief der Franz.

Die Stimme wurde ein bißchen lauter, und der Franz merkte, daß die Gabi redete.

Jedes Wort konnte er noch immer nicht verstehen, nur: „Solche Angst ... im Klo ist jemand ... raschelt drin so ... durchs Fenster rein ..."

„Na, komm halt wieder rüber", sagte der Franz. Aus dem Hörer flüsterte es: „Ich trau mich nicht am Klo vorbei. Bitte, komm du zu mir rüber!"

„Ich? Zu dir?" Der Franz fand, das sei zuviel verlangt. Er war ja kein Held!



Er war schon stolz darauf, allein zu sein und trotzdem keine Gänsehaut zu haben. Aber ins finstere Treppenhaus gehen und im Knalldunklen zur Wohnung der Gabi tappen, das war eine Zumutung! Und bis zur Treppe tappen, um dort das Licht anzuknipsen, war eine noch größere Zumutung!

„Auf eurem Klo ist niemand", sagte der Franz.

„Komm nachschauen, bitte", flüsterte es aus dem Hörer. „Ich hab Angst!"

„Du hast doch sonst nie Angst", rief der Franz.

„Weil der Film so grauslich war", flüsterte es aus dem Hörer. „Franz, bitte-bitte-bitte, komm, sonst sterb ich! Echt!"

Was blieb dem Franz anderes übrig? Er konnte doch seine beste Freundin nicht

sterben lassen!

Der Franz nahm die Taschenlampe aus dem Schrank, knipste sie an, holte tief Luft und riß die Wohnungstür auf. So schnell wie diesmal hatte er die paar Meter bis zur Gabi-Wohnung noch nie zurückgelegt. Und die Wohnungstür riß er so erleichtert auf, daß er regelrecht in den Flur purzelte.

Gottlob war es dort hell. Der Franz warf die Tür hinter sich zu und rief: „Gabi, wo bist du denn?"



„Hier", piepste es aus dem Wohnzimmer.

„Komm raus!" rief er. „Wir schauen im Klo nach." Er sah nicht ein, warum er das allein tun sollte.

Im Wohnzimmer rührte sich nichts.

„Okay", seufzte der Franz, ging tapfer zur Klotür und machte sie auf. Da raschelte tatsächlich was. Das Fenster war offen. Von der Klopapierrolle hing ein langer Streifen und flatterte in der Zugluft.

Der Franz stieg auf die Klomuschel, drückte das Fenster zu, wickelte den Papierstreifen auf die Rolle, ging ins Wohnzimmer und sagte: „Alles okay, Mörder in die Flucht geschlagen!"

Die Gabi kroch - samt Telefon - unter dem Tisch vor. Das Telefon zitterte in ihren Händen.

„Du ... du ... hast ihn ... echt?" stammelte sie.

„Nein", sagte der Franz. „War leider keiner drin."

Dann blieb der Franz bei der Gabi und hütete sie, bis die Mamas und die Papas kamen. Der Franz ließ es sich nicht anmerken, aber er war stolz auf sich.

Als er dann in seinem Bett lag, sagte er sich zufrieden: Hätte wirklich nicht gedacht, was ich alles schaffe, wenn es sein muß.



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